HYPO-REICHER ALLTAG



Seitdem meine Ausbildung angefangen hat, investiere ich meine meiste Zeit in die Arbeit. Nicht nur weil ich meine Probezeit bestehen wollte und ich einen best möglichen Eindruck machen wollte, sondern auch weil es mir super viel Spaß macht. Der Beruf passt einfach super zu mir und ich bin auch der festen Überzeugung das ich die beste Entscheidung mit der Berufswahl getroffen habe.



In einer Ausbildung ist es üblich, dass man die Abteilungen wechselt. Nun bin ich in der Buchhaltung. Eine Abteilung vor der ich eher Angst gehabt hatte. Meiner Meinung nach ist die Buchhaltung sehr kompliziert und zudem natürlich super wichtig. Nur ein falscher Hacken und die Aufregung ist groß. Um nicht in der Buchhaltung unter zu gehen fing ich an mir für jeden doch so winzigen Sch*** mir eine Anleitung zu machen, damit ich auch ja nie etwas vergesse - in unserem Programm sieht für mich sonst alles gleich aus!

Durch das ganze neu lernen und auf jede Kleinigkeit achten zu müssen ist sehr anstrengend und sorgt dafür, dass ich nicht mehr an das Essen denke. Erst zur Mittagspause um 12:30 Uhr kommt mir die Idee dann doch mal was zu essen.
Das ständige nicht essen und das morgige spritzen von Levemir ist keine gute Kombination.
Man könnte vielleicht versuchen, das Levemis morgens dem entsprechend anzupassen, aber ich nehme mir dennoch jeden morgen aufs neue vor, dass dieses Tag anders wird und ich Frühstücken werde. Vor der Arbeit schaffe ich es nicht zu frühstücken, da es für mich einfach noch viel zu früh ist.
Ich erinnere mich nicht daran, wann ich in das letzte mal jeden Tag eine Unterzuckerung hatte. Und da ich mich noch nicht Offiziell als Besten Freund des Diabetes geortet habe, heißt es für mich: Immer versuchen unerkannt zu bleiben, was bei Unterzuckerungen sich dann doch Mal als ganz schön schwierig heraus stellen kann. Ganz unauffällig ist es natürlich ein Blatt in der Hand zu halten, welchen ganz von alleine Anfängt zu wackeln - Oder eine Brotbox herauszuholen, in der Notfall BE's zu finden sind und 2 Sekunden später der Schreibtisch wie nach einem Kindergeburtstag aussieht - Oder ständig mit dem Insulin unter dem Arm auf die Toilette zu gehen (meine Ausbildnerin muss denken ich habe ein Blasen Problem)!




Der Alltag kann sich doch manchmal schwieriger gestalten, als ich anfangs gedacht habe.
Man möchte nicht immer die erste sein, die nach einem gemeinschaftlichen essen aufsteht um sich das Insulin zu spritzen, oder 10 Mal am Tag auf die Toilette gehen müssen.
Aber das alles ist es mir Momentan wert um nicht aufzufallen. Jedoch hat meine Probezeit geendet und alle waren sehr zufrieden mit mir und ich wollte mit meinem Geheimnis nur bis nach Beendigung der Probezeit warten - Nun ist es soweit! Ich weiß noch nicht wie, wann, wenn oder wo, aber bald ist unsere Feier zur Enthüllung unseres neuen Logos und einer meiner letzten Arbeitstage vor meinem Urlaub. Und vielleicht ist dies die beste Möglichkeit allen meinem kleinem Geheimnis bei einer lockeren Atmosphäre und ein paar Gläsern Sekt später, mit zu teilen. Zudem wäre es mein letzter Arbeitstag vor dem Urlaub und danach hätte es noch Zeit bei den Leuten anzukommen und ich wäre vielleicht Montag nicht direkt allen eventuell aufkommenden komischen fragen ausgesetzt! Aber vielleicht mache ich mir dabei auch viel zu viele Gedanken, weil viel anders als wie in der Schule wird wahrscheinlich keiner Reagieren. Dennoch ein großer Schritt für mich. Und ein vielleicht ein guter Zeitpunkt mit einem guten Gefühl im neuen Jahr zu starten.

Wie so oft im Leben sollte man sich einfach mal was trauen und vertrauen in die Menschheit zu haben, dass alle aufgeklärt genug sind um ab einem Gewissen alter zu erkennen wie man sich zu verhalten hat und das man Krankheiten nicht ausgrenzen oder totschweigen kann. Ich werde lieber von 10.000 aufrichtigen und ernstgemeinte Fragen durchlöchert, anstatt jeder seine Meinung für sich behält und der Meinung ist durch ein nicht reagieren oder ignorieren die Situation zu verbessern.

Welche Tricks habt Ihr für Freunde des Diabetes, die nicht erkannt werden wollen?

1 Kommentar:

  1. Man sollte seinen Diabetes gar nicht verstecken! Dir kann immer mal was passieren und wenn deine Kollegen Bescheid wissen, können sie dir im Ernstfall viel besser helfen.
    Solltest du dich mal wieso auch immer verletzen oder zusammenbrechen, können diese den Ärzten sagen, dass du zuckerkrank bist.

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