KETOSE WÄHREND DER ABIPRÜFUNG



Wie viele von Euch vielleicht noch wissen hatte ich letzten Monat 5 Tage lang Ketose+. Ein + ist zwar in so fern nicht schlimm, jedoch wenn man es 5 Tage hintereinander und ohne Pause hat geht es einem auch schlecht. Es blieb mir nichts anderes übrig, als jeden Tag Korrektur zu spritzen, mich nicht viel zu bewegen, viel Wasser zu trinken und immer mehr Insulin zu den Mahlzeiten zuspitzen, als sonst nötig!

Wegen der Ketose war ich dann doch auch mal bei der Diabetesberaterin, welche vermutete, dass meine Basalinsulin morgens und abends zu wenig ist. Darauf hin erhöhte sie das Basalinsulin auf 14 Einheiten morgens und abends. Soweit so gut. Jedoch fand am nächsten Tag meine Recht LK Abiturprüfung statt. Und durch die Ketose kam ich nicht wirklich zum lernen.
Es war das erste mal das ich Ketose hatte und das wirkte bei mir etwas doller als bei Diabetiker, die schon öfters mit Ketose zu tun hatten. Das ist wie bei der ersten Unterzuckerung. Die erste fühlt sich schlimmer an als später Unterzuckerungen mit viel tieferen Werten. Deswegen konnte ich auch nicht viel lernen. Ich hatte Bauchkrämpfe, "mein Hirn war Matsch", mir war ständig schlecht und in meinem Kopf drehte sich immer alles ect..

Meine Diabetesberaterin wollte mich daraufhin für meine Abiturprüfung Krankschreiben. Ich entschied mich aber dagegen! Ich wollte mich davon nicht abhalten lassen und nicht über 1 Monat auf den Nachschreibetermin warten! Also biss ich die Zähne zusammen und lernte an einem einzigen Tag alles für die Prüfung was ich sonst in fast 1 Woche gelernt hätte. Was nun dabei raus komm weiß ich leider noch nicht.

Jedoch kam es dann doch noch anders als geplant. Ich war relativ gut vorbereitet für meine Prüfung. Mitten in der Prüfung begann es wieder, Bauchkrämpfe, Schwindel und und und. Mir ging es sehr schlecht, sodass ich jede Minute meine Prüfung abgeben wollte und sofort ins Krankenhaus wollte. Ich stand einfach neben mir mit verlangsamter Reaktion. Ich dachte, etwas schlimmeres hätte mir jetzt nicht passieren können. Ich war kurz am verzweifeln! Es gab in diesem Moment also nur genau 2 Möglichkeiten für mich. 1. Weiter kämpfen und alles geben was ich konnte, oder 2. Abgeben und ins Krankenhaus.
Eine Abipruefung geht ja nicht nur 1 Stunde lang. Was machte ich? So viel Korrektur spritzen wie es nur ging, ein bisschen die Seele baumeln lassen (aber natürlich nicht zu lange, sonst hat man am Ende keine Zeit mehr) und dann weiter kämpfen. Ich entschied mich dafür alles zu geben, denn wenn ich in dem Moment einfach abgegeben hätte wäre meine Note nicht viel besser geworden. So habe ich wenigstens nochmal alles gegeben und das machte mir auch ein besseres gewissen.
Zwar weiss ich noch nicht ob sich meine Anstrengungen gelohnt haben, aber Ich und meine Familie waren stolz auf mich, dass ich nicht den Kopf in den Sand gesteckt habe. Selbst wenn es keine gute Note wird, somit kann ich wenigstens sagen, dass ich alles gegeben habe was ging.

Meine Mutter war schon so stolz auf mich, dass ich mich von meiner Diabetesberaterin nicht habe krankschreiben lassen und versucht habe alles an einem Tag zu lernen.  Und danach war sie noch mehr stolz auf mich.
Es war von Anfang an klar, dass das keine Meisterarbeit wird, aber es ist wichtig auch mit solchen Niederschlagen umgehen zu können, nicht an sich zu zweifeln und weiter zu machen und alles zu geben! Danach kann man einfach nur Stolz auf sich sein und ich denke die Familie ist es auch.
Man hat zwar eine Krankheit und in dem Moment hätte mir auch nichts schlimmeres passieren können, aber ich habe ihr die Stirn geboten! Das ist sehr Wichtig!
Gibt niemals auf zu kämpfen, selbst wenn es nur um etwas kleines geht, denn das gibt Euch das Gefühl der "Macht" - Den Diabetes unter Kontrolle zu haben und den Diabetes nie die Hand über Euer Leben zu überlassen.




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